Wenn Chatbots abstürzen ins Unheimliche Tal

Datum: 
Donnerstag, 16. November 2017 - 15:00 to 15:45
Themenslot: 
Zukunft

Im Jahr 1970 machte der Roboterpionier Masahiro Mori eine grausige Entdeckung. Er baute Maschinen, die dem Menschen zunehmend ähnlicher wurden. Denn er mutmaßte, dass man seinen Maschinen vertraute, je besser sie Ausdruck und Bewegung eines Menschen imitieren würden. Aber dann stieß er auf eine Anomalie: Menschen vertrauten Maschinen nur bis zu einem bestimmten Punkt, obwohl seine Roboter zunehmend wie Menschen aussahen und benahmen. Da kippte jeder Dialog in eine gruselige Erfahrung: Menschen fühlten sich plötzlich an Zombies oder Leichen erinnert. Mori nannte die imaginäre Grenze das »Unheimliche Tal« (Uncanny Valley). Seitdem ist der Sprung von Robotern in diesen Abgrund unter Roboterbauern gefürchtet. Und sie knabbern seit Jahrzehnten an der Lösung. Entwickler von Chatbots begehen heute denselben Denkfehler. Sie argumentieren, ein guter Chatbot bestehe den Praxistest je besser er menschliche Dialoge nachahmen könne. Aber das ist ein Trugschluss. Denn ins Unheimliche Tal schlittern nicht nur Roboter, sondern auch virtuelle Avatare oder Text-basierte Dialoge. Deshalb sollten Chatbots nicht versuchen, menschliche Gespräche zu imitieren. Sie sollten zugeben, dass sie Maschinen sind. Und sonst einfach nur glaubwürdig sein.

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Referent: 

Stefan Holtel

Stefan Holtel

Stefan Holtel ist Informatiker, Theaterpädagoge, Yogalehrer, Vater, Wissensmanager und Trainer für LEGO Serious Play. Er arbeitete u.a. 11 Jahre in der Forschung und Entwicklung von Vodafone und hält mehrere internationale Patente. Regelmäßig präsentiert, publiziert und doziert er zur Frage, wie Unternehmen ihre digitale Transformation bewältigen können.